Eingeschloßene Bücher
Solange ich zurück denken kann, waren Bücher schon immer eine Inspiration, ein großer Einfluß und vor allem ein Trost in meinem Leben. Worte riefen immer Bilder hervor. Angeregt durch die Literatur lernte ich nicht nur mit den Augen sondern auch gedanklich zu sehen. Beide Sehweisen, die Geistige als auch die Physische, steigern sich gegenseitig und führen zu einen entwickelten und reiferen Wahrnehmungsvermögen. Ich begann Bücher als Objekte zu gestalten, literarische Behälter eingeschweißt in Bienenwachs mit visuellen Darstellungen, die durch das Lesen entstanden sind.
Es ist erstaunlich daß heute unsere Gesellshaft die aufgeschriebenen Gedanken, Dokumente und Ideen in einem ganz neuen Medium aufbewahren welches ein Menschenleben nicht überdauert. (1520 Jahre.) Sowie alle Dinge, verblaßen auch die digitalen Informationen mit der Zeit. Doch wenn die Ganzheit eines Computer files zerbricht, läßt sich entweder nichts oder nur unverständlicher Schrott erkennen. Anders bei Büchern die mit Anmut altern und durch ihre vergilbten brüchigen Buchseiten einen ganz besonderern
Reiz gewinnen.Der britische Psychoanalyst D.W. Winnicott vertritt die Theorie, daß Künstler Menschen sind angetrieben durch einen Konflikt zwischen dem Wunsch zu kommunizieren und dem noch stärkeren Verlangen sich zu verstecken. Die eingeschloßenen Bücher sind nicht nur eine Antithesis unseres digitalen Zeitalters, sondern auch Behälter einer persönlichen Interpretation welche gleichzeitig enthüllen und verbergen was die Bücher enthalten.
V.A.T